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Predigt 6.3.2011

Dies ist die Predigt aus der Familienmesse des Herrn Pfarrer MMag. Seweryn Bojanowski am Faschingssonntag 2011.

 

Liebe Gemeinde, liebe Leut,

Faschingssonntag ist ja heut,

"Närrinnen und Narralesen"

wär die Anrede gewesen,

wenn ich bei dem Gschnas heut stünde

und das Evangelium dort verkünde.

 

Doch auch wenn's in der Kirch' bleibt

und sich mancher daran reibt,

dass nicht in gewohnter Weise

ich die frohe Botschaft preise,

sondern heute mal den Frommen,

die zum Gottesdienst gekommen

mit Reimen auf die Nerven gehe,

mich selbst gar zum Narren mache,

dass der Eine, And're lache.

Doch wenn ich es recht verstehe,

derzeit sind die tollen Tage,

deshalb ich es auch jetzt wage,

nicht wie sonst mich auszudrücken,

Bibeltexte zu zerpflücken.

In der Hoffnung, dass es heute

doch auch gibt so manche Leute,

die vielleicht so hier und da mal schmunzeln,

nicht die Stirne runzeln.

 

Neulich war's zu später Stunde,

im Auto wollt ich schnell nach Haus',

kam aus einer fröhlichen Familienrunde,

da winkt mich plötzlich jemand raus.

"Ihren Taufschein will ich sehen"

sagt die Stimme ziemlich laut.

"sonst zu Fuß Sie weitergehen!"

 

Mann, da hab ich dumm geschaut.

"Taufschein?" frag ich mit 'nem Beben,

"das ist wirklich lange her,

den kann ich Ihnen jetzt nicht geben.

Ihn zu finden, das ist schwer."

 

Doch der Mensch, er will es wissen,

will die Ruhe mir wohl rauben

und macht schlecht mir mein Gewissen.

"Zeigen sie mir Ihren Glauben!

 

Zahlen Sie nicht Kirchensteuer?"

Die Beitragszahlung ist sehr bequem.

Die Frage ist mir nicht geheuer.

Lassen Steuern Glauben seh'n?

"Können wir die Gemeinde fragen?"

Zur Pfarre will er jetzt auch noch gehen!

Was soll'n die über meinen Glauben sagen?

Beim Gottesdienstfeiern haben sie mich gesehen.

Immer noch will er es wissen

und will die Ruhe mir wohl rauben.

Er mach schlecht mir mein Gewissen.

"Zeigen Sie mir ihren Glauben!"

 

Wie es ausging, das Befragen?

Sie werden es mir glauben kaum.

Ich erwachte vor dem Tagen.

Der ganze Fragestress - ein Traum!

 

Die Geschichte jener Nacht

geht mir seither nach bei Tage.

Was den Glauben sichtbar macht,

ist mehr als eine Kirchenfrage.

Woran erkenn' ich Ihren Glauben?

Diese Frag' ich Ihnen stell'.

Ihre Gewissheit will ich rauben.

Beantworten kann man das nicht schnell.

Das tut nur ein Faschingshit,

den man schmissig singen kann.

Dort teilt uns ein Sünder mit,

wie zu Gott er kommen kann.

 

Wir kommen alle, alle, alle in den Himmel,

weil wir so brav sind, weil wir so brav sind.

Das sieht selbst der Petrus ein,

er sagt: "Ich lass gern euch herein,

Ihr wart auf Erden schon die reinsten Engelein!"

 

Diese Zeilen kann man hören

ziemlich oft zur Faschingszeit.

Doch ich muss Sie jetzt verstören,

denn sie bringen uns nicht weit.

 

Ob alle in den Himmel kommen,

bleibt bis auf Weit'res ungeklärt.

Doch eben haben wir vernommen,

was im Glauben sich bewährt.

Paulus rät für unser Leben,

Hoffnung auf den Herrn zu setzen

und das Möglichste zu geben,

unabhängig von Gesetzen.

 

Wo allein an uns wir denken,

kann kein rechter Glaube sein.

Wenn wir Gott vertrauen schenken,

werden wir aus dem Glauben rein.

Wenn an Gottes Sohn wir glauben

und an seine Taten denken,

wird er auf uns gnädig schauen,

mit Vergebung uns beschenken.

Gottes Gnade schenkt uns Stärke,

auf ihn allein woll'n wir vertrau'n.

Tun wir zudem gute Werke,

können fest auf Gott wir bau'n.

 

Beides sei in eurem Leben,

an Gott glauben, Gutes tun,

zu Gott beten, Ander'n geben;

dann könnt am End' bei Gott ihr ruh'n.

Das ist am Ende - Glaube mir -

des ganzen Wettlaufs tiefster Sinn,

dass ich ein Gott geliebtes Kindlein bin.

Gott loben und ihn hoch zu preisen,

so soll das Ziel des Lebens heissen.

 

(*)

 

Stimmt ihr in dieses Lob mit ein,

sollt' dies auch eure Meinung sein,

ihr Herren, Mädchen, Jungen, Damen,

dann sagt zum Schluss ganz einfach - Amen.

 

Nun fragt sich wer in dieser Runde,

hat er all die Reime selbst erfunden?

Oder sind die Zeilen gar gestohlen?

Der Pfarrer ist ja doch aus Polen!

Ob Fußnoten hier und da doch fehlen?

Das werde ich Keinem hier erzählen.

Jetzt mach' ich Schluss ihr lieben Leut',

Helau, Lalilei und Servus aus Beireuth.

 

 

*(Zusatzstrophe in der Abendmesse am Vorabend anläßlich der Firmeröffnung)

Der Samstagabend hier und heute,

die Kirch' gefüllt voll junger Leute,

die beten, singen, lachen

und viele tolle Sachen machen.

Die Firmung wird auch heuer

von vielen lang' ersehnt und teuer.

Gottes Segen, Freude bei der Vorbereitung,

es wird nicht schwer bei solcher Vorbereitung.

 

Da ich weder ein Adeliger, noch ein Doktor bin...

Erkläre ich mit Ernst und Frohsinn: 

Inhaltliche Anregung zu der Traumgeschichte gab mir die "Taufscheinkontrolle" in: Martin Gutl/Josef Dirnbeck, ich weiß, wem ich glaube, Styria 1995. Überarbeitet von Ann-Kathrin Lenz-Honervogt.

Ich hoffe, die Autorin verzeiht mir, was ich aus Ihrer Ideee gemacht habe!

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